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Das hier ist Wasser, Hamid

Hamid I

Konrad Geyer und Briefträger Hamid bedanken sich herzlich bei Kiepenheuer & Witsch. Früher, als ich das der La Poste Maroc zugetraut hätte, brachte Hamid mir den Kölner Spasspacken. Schon seit einiger Zeit bleibt er bei mir stehen, während ich meine Post inspizierte. Anfangs hat mich seine schamlose Neugier irritiert. Oft bringt er mir doch eher persönliche Sachen, böse Briefe von meiner Frau zum Beispiel. Den Rest des Beitrags lesen »

Die Unendlichkeit reklamiert

Unendlicher Spass

Jedes Jahr im Februar wird Köln vom Karneval auf den Kopf gestellt. Ich war noch nie beim Karneval und werde es vermutlich auch nie sein, aber es geht dabei um Spass, das weiß jeder. Um Spass und Köln geht es auch hier. Den Spass repräsentiert ein unpassenderweise anstrengendes Buch – “Unendlicher Spass” von David Foster Wallace. Köln repräsentiert der Verlag, der dieses Buch auf Deutsch und in einer sagenhaft schönen Ausgabe veröffentlicht hat: Kiepenheuer & Witsch. Ich habe Kiepenheuers Herstellungsabteilung eine Mail geschrieben, die für sich selber spricht:  Den Rest des Beitrags lesen »

Hommage an Frank Bodo Viets

Es ist schon ein paar Tage her, ich lebte noch in Deutschland, habe in einer Buchhandlung nach Trüffeln gegraben, als ein Herr um die Fünfzig dezent auf das Cover von “Onno Viets und der Irre vom Kiez” tippte, sich als Autor des Werks zu erkennen gab und versprach, mir ein signiertes Exemplar von einem seiner älteren Bücher zukommen zu lassen, wenn ich “Onno” bei Amazon rezensiere und mit mindestens vier Sternen bewerte. Den Rest des Beitrags lesen »

Über Aufmerksamkeitsökonomie – Bitte sag, dass du mich magst …

«Magst du mich? Bitte sag, dass du mich magst.» Und wie wir alle wissen, gehen 99 % aller zwischenmenschlichen Manipulationsanstrenungen und Anmach-Verrenkungen darauf zurück, dass Aussagen wie diese fast schon als obszön gelten. Tatsächlich gehören solche direkten, gewissermaßen nackten Fragen zu den letzten echten zwischenmenschlichen Tabus, die wir haben. Sie wirken so jämmerlich und verzweifelt.

… schrieb David Foster Wallace in seiner Erzählung “Oktett” aus dem Band “Kurze Interviews mit fiesen Männern” (1999). Wahrscheinlich hat diese Aussage zur Zeit ihrer Veröffentlichung den Nagel auf den Kopf getroffen. Aber mittlerweile hat Facebook diese “zwischenmenschlichen Tabus” mit Hilfe seines “Gefällt-mir-Buttons” eben mal so standardisiert. Den Rest des Beitrags lesen »

Über Aufmerksamkeitsökonomie – Wenn einer nicht besonders gerne liest …

“Setzten wir, dass man vom 5000. Tag an leidlich mit Verstand zu lesen fähig sei; dann hätte man, bei einem green old age von 20000, demnach rund 15000 Lesetage zur Verfügung. […] Ich möchte es noch heilsam-schroffer formulieren: Sie haben einfach keine Zeit, Kitsch, oder auch nur Durchschnittliches zu lesen: Sie schaffen in Ihrem Leben nicht einmal sämtliche Bände der Hochliteratur!” 

(Arno Schmidt: Trommler beim Zaren. 190 f.)

Einen Augenblick nachdem ich über dieses Zitat gestolpert bin, war ich drauf und dran, Arno Schmidt zu meinem Säulenheiligen zu erklären. Einen Haken bei den AGB’s hatte ich schon gemacht. Ich musste nur noch auf “Absenden” klicken. Im letzten Augenblick habe ich die Notbremse gezogen. Etwas fühlte sich nicht ganz rund an dabei: Den Rest des Beitrags lesen »

Tage der deutschsprachigen Literatur 2012 – Die Jury in der Einzelkritik – Teil 2

Meike Feßmann:

2009 habe ich geträumt, Feßmann hätte mich zum Wettbewerb eingeladen. Ich bin schweißnass aufgewacht, so sehr hat mich der Konflikt zwischen “dabei sein wollen” und “ausgerechnet von Feßmann geladen sein” aufgerieben. In diesem Jahr hat Feßmann ihr humorloses Gezicke und ihren Strebersermon von Erzähltechnik und -form endgültig auf die Spitze getrieben. Aber, wahrscheinlich weil es ihr mit Caduff zusammen im Korintenkackerboot zu eng wurde, hatte sie auch lichte Momente: Sie debattierte gegen um ihrer selbst Willen exaltierte Sprache, grenzte Literatur vom Schulaufsatz ab, und einmal sagte sie “ganz lässig”. Das fand ich richtig gut. Ein “hauchfeines Luftwirbelchen” übrigens, hält Feßmann für ein ganz wunderbares Bild. Eigentlich auch nicht schlecht. Den Rest des Beitrags lesen »

Tage der deutschsprachigen Literatur 2012 – Die Jury in der Einzelkritik – Teil 1

Anfangs habe ich den Wettbewerb um den Bachmannpreis mit der Gewissheit verfolgt, demnächst selbst dort zu lesen. Später so eifersüchtig, dass ich bei den meisten Diskussionen den Ton abgestellt habe, um die Texte persönlich zu zerpflücken. Dann fast wie ein normaler Zuschauer, den das ganze wenig angeht und ziemlich amüsiert. Den Rest des Beitrags lesen »

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